Betreuungsstellen Deutschland · läuft nur auf diesem Rechner

Dokumentation

Betreuungsstellen Deutschland — Projektdokumentation

Stand: 30.07.2026 · Auftraggeber: Thomas (Rechtsanwalt) · Fassung: 1.0


1. Worum es geht

Thomas engagiert sich politisch dafür, dass in Deutschland genügend Betreuungs­stellen (örtliche Betreuungsbehörden nach § 1 BtOG) vorhanden und arbeitsfähig sind. Um das mit Zahlen belegen zu können, will er alle Betreuungsstellen in Deutschland anschreiben und befragen.

Daraus folgen zwei Ergebnisse, die dieses Projekt liefern muss:

  1. Ein vollständiges, belegtes Verzeichnis aller Betreuungsstellen mit Anschrift, Telefon, Fax, E-Mail und Ansprechpartnern — brauchbar für Serienbrief und Serien-Mail mit persönlicher Anrede.
  2. Der Soll-Ist-Abgleich selbst. Wo das Landesrecht eine Betreuungsbehörde vorsieht, diese aber nicht auffindbar, nicht erreichbar oder ohne eigene Kontaktmöglichkeit ist, ist das kein Rechercheversagen — das ist der politische Befund. Er muss als solcher erfasst werden, nicht als leere Zelle.

Später kommt die Auswertung der Rückläufe hinzu.

2. Was in der Vorgeschichte schiefging (und was daraus folgt)

Thomas hat den Versuch bereits mit einer KI-Sitzung unternommen, die direkt in eine Excel-Datei schrieb. Bayern wurde weitgehend gefüllt, NRW teilweise — und beim Nachfragen stellte sich heraus, dass ein großer Teil der NRW-Daten aus einer undatierten Verbands­liste stammte, die nachweislich veraltet war (Beispiel Oberhausen: falsche Straße). In der Tabelle war das nicht erkennbar.

Drei Ursachen, drei Konsequenzen — sie sind die Konstruktionsprinzipien dieses Projekts:

UrsacheKonsequenz
Excel kann keine Herkunft speichernBelegpflicht: jeder Wert hängt an einer Quelle mit Abrufdatum
Der Arbeitsstand lag im ChatverlaufDatenbank als Gedächtnis: jederzeit unterbrechbar und fortsetzbar
Die Grundgesamtheit wurde geratenSoll-Register zuerst: amtliche Gebietsliste, dann Recherche

Nichts von Thomas' inhaltlichen Wünschen wird gestrichen. Die Datenbank ist nur der saubere Behälter; der Excel-Export liefert exakt die Spalten, die er beschrieben hat (→ DATENMODELL.md, Abschnitt Export).

3. Grundsätze

G1 — Kein Fakt ohne Beleg. Jeder gespeicherte Wert verweist auf eine Quelle mit URL (oder Telefonat/Rückläufer), Abrufdatum und archiviertem Original. Technisch erzwungen.

G2 — Wortlaut-Regel. Ein Wert aus einer Web-Quelle darf nur gespeichert werden, wenn er wörtlich im archivierten Quelltext vorkommt. Das ist die Bremse gegen erfundene Adressen. Verstoß = Ablehnung durch das Programm, nicht Ermessen des Agenten.

G3 — Lücke schlägt Vermutung. Wer nichts findet, trägt nicht_auffindbar ein und beschreibt, was versucht wurde. Geraten wird nie. Eine ehrliche Lücke ist für dieses Projekt mehr wert als ein plausibler Fehler.

G4 — Das Programm verwaltet, der Agent recherchiert. Es gibt keinen Scraper. Das Programm kann Seiten roh abrufen, archivieren und formale Strukturen herausziehen (mailto:-Links, tel:-Links, Ziffernmuster) — alles Weitere beurteilt der Agent. Analysierende Automatik ist ausdrücklich unerwünscht.

G5 — Aktualität ist ein Datum, kein Gefühl. Jeder Wert trägt sein letztes Bestätigungs­datum und eine daraus berechnete Qualitätsstufe (A–X). Vor jedem Versand wird gefiltert.

G6 — Höflich abrufen. Ein Abruf pro Domain zur Zeit, Wartezeit dazwischen, robots.txt beachten, sprechender User-Agent mit Kontaktadresse. Ein Anwalt, der Behörden politisch angeht, darf in deren Logfiles nicht als Scraper auftauchen.

4. Fachliche Abgrenzung — was wir suchen und was nicht

Häufigste und teuerste Verwechslung im ganzen Projekt:

GesuchtBetreuungsstelle / Betreuungsbehörde — kommunale Behörde beim Landratsamt oder der Stadtverwaltung (§ 1 BtOG). Oft im Sozialamt, teils „Fachstelle Betreuung", „Betreuungsstelle", „Amt für Betreuungsangelegenheiten".
Nicht gesuchtBetreuungsverein — freier Träger (Caritas, Diakonie, SkF …), keine Behörde
Nicht gesuchtBetreuungsgericht — Abteilung des Amtsgerichts, Justiz
Nicht gesuchtBerufsbetreuer / Betreuungsverbände — private Personen und Verbände
Nicht gesuchtÜberörtliche Betreuungsbehörde — Landesebene (je nach Land Regierung, Landesamt, Landschaftsverband). Wird nur als Quelle genutzt, nicht als Zielobjekt.
Nicht gesuchtKinder-/Seniorenbetreuung, Kita, Pflegestützpunkt — trotz Wortgleichheit völlig anderes Thema

5. Grundgesamtheit

Wer eine örtliche Betreuungsbehörde stellt, ergibt sich aus dem Landesausführungsgesetz zum BtOG des jeweiligen Bundeslandes. Regelfall: Landkreise und kreisfreie Städte. Abweichungen, die einzeln zu klären sind:

  • Stadtstaaten: Berlin (Bezirksämter), Hamburg (Bezirksämter), Bremen und Bremerhaven
  • Kreisangehörige Städte mit eigener Zuständigkeit — je nach Land unterschiedlich geregelt
  • Sonderkörperschaften wie der Regionalverband Saarbrücken, die Region Hannover, die StädteRegion Aachen
  • Zusammengelegte Zuständigkeiten — eine Stelle betreut mehrere Kommunen

Die Basisliste stammt aus dem amtlichen Gemeindeverzeichnis (Destatis) mit amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS) — nicht aus dem Gedächtnis eines Sprachmodells. Zur Einordnung: rund 400 Kreise und kreisfreie Städte, zuzüglich der Sonderfälle. Die genaue Zahl ist ein Ergebnis von Auftrag 01/02, keine Vorgabe.

6. Vorgehen in vier Stufen

StufeInhaltAuftrag
0System: Datenbank, Werkzeug, Weboberfläche, Soll-Register, ExportAUFTRAG-01-SYSTEM-CC.md
1Sammelquellen sichten und ernten (Landesportale, amtliche Verzeichnisse)AUFTRAG-02-QUELLEN-CC.md
2Einzelrecherche je Stelle, belegtAUFTRAG-03-RECHERCHE-CC.md
3Prüfläufe, Kampagne, Rücklauffolgt

Zwischen Stufe 1 und 2 liegt ein Entscheidungspunkt: Erst nach der Quellensichtung ist seriös schätzbar, wie viel Einzelarbeit übrig bleibt.

Pilot: Saarland. Sechs Träger (fünf Landkreise plus Regionalverband Saarbrücken) — klein genug für einen schnellen Durchlauf, und der Regionalverband erzwingt gleich zu Beginn den Umgang mit einem atypischen Träger. Erst wenn das Saarland sauber durchläuft, wird hochskaliert. Zweite Etappe: Schleswig-Holstein (bringt kreisfreie Städte dazu).

7. Arbeitsteilung und Rollen

  • Thomas entscheidet fachlich, startet die Aufträge, prüft Stichproben, führt die Kampagne.
  • Die ausführende Claude-Code-Instanz arbeitet je einen Auftrag ab. Sie läuft lokal auf Thomas' Rechner (Desktop-App), damit Datenbank und Beleg-Archiv bei ihm liegen und der Netzzugang zu Kommunal-Websites uneingeschränkt ist.
  • Unteragenten übernehmen je ein Bundesland/eine Region mit eigenem Kontext und melden nur kurze Berichte zurück. Das ist der Weg, die ganze Republik in wenigen Läufen zu schaffen, ohne den Kontext der Hauptsitzung zu sprengen.

Ein Recherche-Auftrag wird einmal geschrieben und beliebig oft ausgeführt. Thomas tippt immer denselben Satz; der Auftrag liest den Stand aus der Datenbank und macht dort weiter, wo er unterbrochen wurde. Ein Abbruch kostet höchstens ein Gebiet.

8. Verzeichnisaufbau

V:\SoftDev\Betreuungsstellen\
  doc\           Diese Dokumentation und die Aufträge
  bs\            Programmcode (Kern, Kommandozeile, Webserver)
  web\           Vorlagen und Stile der Weboberfläche
  daten\         betreuungsstellen.sqlite3
  archiv\        Archivierte Quellen (HTML/PDF), nach Beleg-ID
  export\        Erzeugte Excel-Dateien
  berichte\      Laufberichte der Agenten

Zwei Zugänge, eine Logik. Der Agent arbeitet über die Kommandozeile, Thomas über die lokale Weboberfläche (python bs.py web). Beide rufen dieselben Funktionen auf — insbesondere dasselbe Eingangstor. Es gibt keinen Weg, der an der Belegpflicht vorbeiführt.

9. Weiterführende Dokumente

Alle vier liegen zusätzlich zum Nachschlagen in der Weboberfläche selbst, unter dem Reiter „Dokumentation" — mit Inhaltsverzeichnis, Sprungmarken und gegenseitiger Verlinkung. Die Aufträge an die Claude-Code-Instanz (AUFTRAG-*.md) sind dort bewusst nicht aufgeführt: Sie sind Arbeitsanweisungen für den Agenten, kein Lesestoff für Thomas.